Wir sind eine Koordination von Kollektiven der mexikanischen Diaspora in Europa, Gewerkschaften, Medien, verschiedenen europäischen Organisationen sowie Einzelpersonen, die sich unter anderem für soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte, Migration und den Schutz von Land und Territorien einsetzen.
1. Räume schaffen, um das Thema des erzwungenen Verschwindenlassens sichtbar zu machen, das in Europa bisher kaum präsent ist. Ebenso wollen wir die Krise des gewaltsamen Verschwindenlassens in Mexiko – mit mehr als 134.000 offiziell als verschwunden gemeldeten Personen – in den Fokus der europäischen Öffentlichkeit rücken.
2. Über lokale und alternative Medien über die dramatische Lage in Mexiko informieren, insbesondere vor dem Hintergrund, dass der UN-Ausschuss gegen das Verschwindenlassen (CED) Artikel 34 aktiviert und die Krise im April 2026 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit an die UN-Generalversammlung übergeben hat.
3. Begegnungen und Austausch mit Organisationen, Kollektiven und Institutionen auf verschiedenen Ebenen ermöglichen, um zuzuhören, Erfahrungen zu teilen und gemeinsame Initiativen gegen das erzwungene Verschwindenlassen zu entwickeln.
4. Unser zentrales Anliegen: Die Rundreise von Alicia de los Ríos Merino durch 5 europäische Länder vom 9. Oktober bis 6. November 2026 zu organisieren.
Alicia de los Ríos Merino ist eine renommierte mexikanische Historikerin und Menschenrechtsjuristin, die auf Oral History sowie strategische Prozessführung bei schweren Menschenrechtsverletzungen und erzwungenem Verschwindenlassen spezialisiert ist. Zudem ist sie eine suchende Tochter (hija buscadora), die ihre Expertise der Suche nach ihrer gleichnamigen Mutter widmet – einer Aktivistin der Liga Comunista 23 de Septiembre, die 1978 durch den mexikanischen Staat gewaltsam verschleppt wurde.
Im August 2026 setzte sie einen historischen juristischen Meilenstein: Durch eine bahnbrechende Verfassungsbeschwerde (amparo) wurde das mexikanische Verteidigungsministerium (SEDENA) gerichtlich dazu verpflichtet, seine geheimen und unveröffentlichten Archive zur bewaffneten Aufstandsbekämpfung zu öffnen – ein entscheidender Durchbruch im Kampf gegen jahrzehntelange militärische Straflosigkeit.
Wir laden alle herzlich ein, die sich diesem gemeinsamen Einsatz anschließen möchten, Kontakt mit uns aufzunehmen. Ihr könnt euch direkt an die lokale Gruppe eures Interesses wenden oder an die E-Mail-Adresse schreiben, die ihr auf dieser Website findet. Jeder Beitrag ist willkommen!
Wie kannst du uns unterstützen?
• Fachlicher und kreativer Beitrag: Durch künstlerisches Engagement, Dokumentation, Journalismus, Öffentlichkeitsarbeit oder einfach durch deine Anwesenheit bei den Veranstaltungen.
• Soziale Medien: Teilt, kommentiert und interagiert mit unseren Beiträgen, um unserer Botschaft mehr Reichweite zu verleihen.
• Lokale Logistik: Unterstützt die Organisation vor Ort als Freiwillige*r, nehmt an den Veranstaltungen in eurer Region teil und ladet Freund*innen dazu ein.
• Finanzielle Unterstützung: Mit einer Spende im Rahmen eurer Möglichkeiten, um die anfallenden Betriebskosten zu decken. Alle unsere Partnerorganisationen und lokalen Gruppen sind selbstorganisierte, unabhängige Initiativen, die vollständig von ehrenamtlicher Arbeit getragen werden.
Alicia de los Ríos Merino
23 & 24.10.2026
Filmvorführung: Kurzdokumentarfilm „Vuelos de la muerte“ (Todesflüge)
Podiumsgespräch: Alicia de los Ríos Merino und Vania Pigeonutt
Fandango: Erinnerung durch Musik
Kollektive Lesungen (lautes Vorlesen):
„Hormigas entre gigantes“ / „Ameisen unter Riesen“
„Esos pies que patinan en el aire“ / „Füße, die in der Luft gleiten“
„El desierto no es un lugar para florecer“ / „Die Wüste ist kein Ort zum Blühen“
Laut dem Nationalen Register für vermisste und nicht aufgefundene Personen in Mexiko (RNPDNO) gelten in Mexiko mehr als 133.000 Menschen weiterhin als vermisst oder nicht aufgefunden. Nur ein kleiner Teil der Fälle konnte aufgeklärt werden.
Diesen Monat besucht Alicia de los Ríos, Aktivistin und Tochter von Alicia de los Ríos Merino, die 1978 während des sogenannten „Schmutzigen Krieges“ in Mexiko gewaltsam verschwunden ist, Europa, um ihre Arbeit und ihre Erfahrungen zu teilen.
Deshalb haben sich mehrere Kollektive aus Berlin zusammengeschlossen, um einen Raum für Begegnung und Austausch über das Verschwindenlassen, die Suche nach vermissten Menschen, Erinnerung und Widerstand zu schaffen.
FREITAG, 23.10. · 19:00 · K19
Kreutzigerstraße 19, 10247 Berlin
Eintritt frei.
19:30 · Filmvorführung von Vuelos de la muerte
Spanisch mit englischen Untertiteln.
19:45 · Gespräch mit Alicia de los Ríos und Vania Pigeonutt
Auf Spanisch, mit Simultanübersetzung ins Englische und Deutsche.
21:00 · Fandango: Erinnerung durch Musik
Es gibt Pozole für 9 €.
Charla y Presentación del libro: "Hormigas entre Gigantes"
Documental: "Los vuelos de la muerte"
Presentación del libro: "Hormigas entre Gigantes"
Alicia hat einen Doktortitel in Geschichte und Ethnohistorie; sie ist Wissenschaftlerin und Buscadora (suchende Angehörige) auf der Suche nach ihrer gleichnamigen Mutter, die 1978 gewaltsam verschleppt wurde. Darüber hinaus engagiert sie sich aktiv in redaktionellen, künstlerischen und aktivistischen Projekten gegen das erzwungene Verschwindenlassen.
Sie ist Autorin und Koautorin mehrerer neuerer Publikationen in Mexiko, darunter:
México, el largo camino por la verdad (2025) / Mexiko: Der lange Weg zur Wahrheit
Hormigas entre gigantes: las infancias y sus experiencias ante la desaparición y el asesinato extrajudicial de sus madres y padres (2025) / Ameisen unter Riesen: Kindheiten und ihre Erfahrungen angesichts des Verschwindenlassens und der außergerichtlichen Tötung ihrer Eltern
Las luchas por la memoria contra las violencias en México (2024) / Kämpfe um die Erinnerung gegen die Gewaltformen in Mexiko
Alicia, “la que se enuncia en la verdad” (2024) / Alicia, „jene, die in der Wahrheit spricht“
guadalupepaz120@yahoo.com
Web: O. Gálvez. Ilustraciones: Dante Aguilera. Agradecemos su generosa contribución a éste proyecto.